Unsere Reise begann am 27. September 2025 mitten in der Nacht. Um 02:00 Uhr morgens trafen wir uns am Park & Ride Parkplatz in Rauenberg, um gemeinsam mit dem Flughafenshuttle zum Airport zu fahren. Trotz der frühen Stunde war die Vorfreude spürbar. Nach den anstrengenden Sicherheitschecks am Flughafen konnten wir uns endlich auf den Flug nach Zypern und etwas Schlaf freuen.
Gegen Mittag erreichten wir unser Ziel: das malerische Bergdorf Tochni. Unser Domizil für die kommende Woche waren die **Cyprus Villages** – traditionelle, liebevoll restaurierte Steinhäuser, die seit 1988 nachhaltige Agrotourismus-Unterkünfte bieten. Die Anlage verbindet authentisches mediterranes Flair mit modernem Komfort und wird als familiengeführtes Unternehmen betrieben. Jedes Apartment ist individuell gestaltet mit originalen Steinwänden, Holzbalken und herrlichen Ausblicken über das Dorf und die umliegende Landschaft.
Um 13:30 Uhr fand unser erstes Treffen in der Tochni Tavern statt, dem familiengeführten Restaurant der Cyprus Villages. Die Taverne thront auf dem höchsten Punkt des Dorfes und bietet von ihrer Außenterrasse einen einzigartigen Panoramablick über das Tal bis hinunter zum Meer. Bereits beim ersten Essen wurde klar: Die kulinarische Versorgung würde ein Highlight unseres Aufenthalts werden. Cyprus Villages legt großen Wert auf hochwertige zypriotische Küche mit lokalen und saisonalen Zutaten.
Am Nachmittag folgte unsere erste Yogastunde mit Marcia. Danach genossen wir in der Abendsonne das köstliche Dinner in der Taverne mit Blick über „unser“ Dorf – eine Atmosphäre, die uns sofort in ihren Bann zog.
Der erste volle Tag begann um 07:00 Uhr mit unserer morgendlichen Yogaeinheit. Unser Yogasaal befand sich in der umgebauten alten Mühle von Tochni, direkt am Platz der alten Kirche der Heiligen Konstantin und Helena. Die Morgenstimmung an diesem historischen Ort war magisch – die ersten Sonnenstrahlen, die Stille des Dorfes und die jahrhundertealte Atmosphäre schufen den perfekten Rahmen für unsere Praxis.
Nach dem reichhaltigen Frühstück trafen wir uns mit Sofronis, unserem Gastgeber, der uns die verschiedenen Ausflugsmöglichkeiten für die kommende Woche vorstellte. Der restliche Tag stand uns zum Ankommen und Kennenlernen des Ortes zur Verfügung. Am Nachmittag folgte die zweite Yogaeinheit, und beim Abendessen stellte sich bereits eine wunderbare Harmonie unter den Teilnehmern ein.
Nach der morgendlichen Yogapraxis und dem köstlichen Frühstück entschied sich ein Teil der Gruppe für einen Ausflug zum **Governors Beach**. Sofronis hatte uns den Transfer organisiert, und nach kurzer Fahrt von Tochni aus erreichten wir die malerisch gelegenen Badebuchten unterhalb weißer Kreidefelsen. Zwar trübte die nahe gelegene Raffinerie etwas die Aussicht, doch das sonnig-warme Wetter und das traumhaft ruhige Meer bescherten uns allerschönste Badefreuden.
Nach dem Strandvergnügen freuten wir uns alle auf die nächste Yogastunde mit Marcia. Sie beeindruckte uns mit ihrem großartigen Yogawissen und ihrer einfühlsamen Art zu unterrichten.
Das Abendessen mit leckeren Vorspeisen und den Hauptgerichten nach Wahl, die Teil unserer Halbpension waren, bestätigte den Eindruck vom Vortag: Wir wurden kulinarisch aufs Beste versorgt.
Liebgewonnen hatten wir schon unseren frühmorgendlichen Spaziergang durchs pittoreske Dorf hinunter zu unserem Yogasaal in der alten Mühle. Das anschließende Yoga stärkte uns mental und körperlich, und nach dem köstlichen Frühstück waren auch unsere Energiereserven für den Tag aufgefüllt.
Die Gruppe teilte sich heute für zwei Ausflüge auf:
Gruppe 1: Pano Lefkara
Die erste Gruppe besuchte das idyllische Bergdorf „Pano Lefkara“, das einige Kilometer nördlich von Tochni liegt und durch seine Stickereien (Lefkara-Spitze) und sein Silberhandwerk weltberühmt ist. Die verwinkelten Gassen mit Kopfsteinpflaster und blumengeschmückten Cafés boten die ideale Kulisse für schöne Erinnerungsfotos.
Gruppe 2: Artemis Trail im Troodos-Gebirge
Die zweite Gruppe hatte sich für eine Wanderung im **Troodos-Gebirge** entschieden. Da wir mit Klaus einen äußerst erfahrenen Outdoor-Guide dabei hatten, übernahm er auf ca. 2.000 Metern Höhe die Führung. Der **Artemis Trail**, den Klaus ausgesucht hatte, war spektakulär schön und bei sonnigen 20 Grad purer Genuss.
Der Wanderweg bot wunderschöne Blicke über die Insel, teilweise bis hinunter zum Meer. Viele Bäume und Pflanzen am Wegesrand waren für uns neu, und deshalb blieben wir immer wieder stehen, um die Schönheiten der Natur aufzusaugen. In besonderer Erinnerung werden uns die durch Wind und raues Klima teils 500 Jahre alten, knorrigen Schwarzkiefern bleiben. Der Wechsel zwischen Wald und Aussichten über die Berge macht den Artemis Trail zu etwas Besonderem. An jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken, obwohl die Strecke auf gleichbleibender Höhe verläuft.
Zur zweiten Yogasession des Tages waren alle rechtzeitig wieder in unserer alten Mühle, und die Eindrücke des Tages vermischten sich mit den herrlichen Yogagefühlen, die Marcia in uns weckte.
Sofronis hatte unseren Tisch fürs Abendessen auf der Terrasse gerichtet, und so hatten wir für den Rest des Aufenthalts nicht nur die köstlichen Speisen, sondern auch noch den schönsten Platz im Restaurant unter freiem Himmel mit Blick über „unser“ Dorf Tochni.
Der nächste wunderschöne Tag erwachte, und um 07:00 Uhr gab es die nächste Runde Yoga. Wie immer waren alle pünktlich da und voll motiviert, um unserer Yogameisterin zu lauschen und die gut erklärten Haltungen zu genießen.
Heute hatte Sofronis ein besonders umfangreiches Ausflugsprogramm vorbereitet.
Die archäologische Stätte Kourion
Zunächst besuchten wir die archäologischen Stätten von „Kourion“, deren Ursprung im 13. Jahrhundert vor Christus liegt. Verschiedene Kulturen nutzten diesen wunderschönen Ort, der spektakulär auf Klippen oberhalb des Meeres thront. Wir bestaunten verschiedene Säulen, Mosaiken, das imposante Amphitheater und auch einige Häuser – stille Zeugen des Endes dieser Ansiedlung, die durch ein furchtbares Erdbeben im Jahr 365 n. Chr. zerstört wurde.
Eine Mittagspause nutzten wir für einen Snack an einer Beachbar und einen erfrischenden Sprung ins Meer am Kourion Beach.
Zapalo Beach – Ein Traumstrand
Gerne wären wir noch länger geblieben, aber ein noch viel einzigartigerer Strand wartete auf uns. Nach einem ausgedehnten Abstieg von den Klippen hinunter gelangten wir an einen wahren Traumstrand. Der weitläufige **Zapalo Beach** besitzt – oder Gott sei Dank – keine Zufahrt und auch keine öffentlichen Einrichtungen, dafür muss man das Idyll nur mit wenigen Menschen teilen.
Die Yogaeinheit am Strand mit Marcia fiel zwar wegen der fortgeschrittenen Zeit etwas kürzer aus, dafür hatte sie eine sehr passende buddhistische Geschichte von einer Schildkröte mitgebracht, und wir praktizierten wunderschön im Kreis. Eine halbe Stunde Yoga, die sich tief in unser Gedächtnis eingeprägt hat.
Sehr schön passte nach unserer Rückkehr nach Tochni das entspannte Yoga am Abend, um unsere heutige Praxis abzurunden.
Da sich die Reise langsam ihrem Ende näherte, genossen wir die schöne Morgenstimmung auf dem Weg zum morgendlichen Yoga noch intensiver.
Heute begleitete uns Sofronis nach **Limassol**, dem Sitz vieler Banken und Reedereien. Außerdem gibt es dort eine große russische Community – die Stadt hat schon etwas von einer Metropole.
Wir erfreuten uns an der schön angelegten Uferpromenade, dem Yachthafen, der Altstadt mit ihrer Burg aus der Zeit der Kreuzritter und natürlich den vielfältigen Shoppingmöglichkeiten. Jeder wollte schließlich noch für die Lieben zuhause ein kleines Souvenir besorgen.
Auf dem Weg zur Markthalle, wo viele Restaurants zu finden sind, bestaunten wir die vielfältige Street Art. Die Graffitis entstehen meist während des jährlichen Street Life Festivals. Nach einer Stärkung ging es wieder entlang der prachtvollen Promenade zurück zum Parkplatz und nach Tochni, um sich stressfrei auf die Yogapraxis am Nachmittag vorbereiten zu können.
Wieder durften wir uns am köstlichen Essen auf der Terrasse bei lauen Temperaturen und unter freiem Himmel erfreuen.
Am letzten Tag vor unserer Abreise stellte sich jeder die Frage, ob ein Leben ohne das tägliche Yoga am Morgen und am Nachmittag mit Marcia einen Sinn hat. Die Aussicht auf die Wiederholung einer Reise mit dieser tollen Gruppe hellte die Stimmung wieder auf, und schließlich hatten wir ja noch zwei Einheiten vor uns, bevor es endgültig nach Hause ging.
Dankesworte an Marcia
Vor dem Abendessen bedankte sich die Gruppe bei Marcia noch einmal recht herzlich mit einer kurzen Dankesrede:
„Liebe Marcia,
eine Woche intensives Yoga liegt hinter uns. Du hast uns ein sehr abwechslungsreiches Programm zusammengestellt – jeden Tag mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Nach dieser Woche fühlen wir uns wunderbar entspannt, und wir haben viel von Dir dazugelernt. Du hast uns auf unserem Yogaweg ein großes Stück weitergebracht. Du lebst das Yoga. Das haben wir in jedem Moment gespürt.Vielen Dank für Dein großes Engagement und für Deine Hingabe.“
Das Essen hatte Sofronis heute aus unseren Lieblingsspeisen zusammengestellt, und wir ließen uns vom sehr fleißigen Team des Restaurants noch einmal so richtig schön umsorgen.
Es war ein herrlicher Ausklang unserer Reise!
Früh am Morgen trafen wir uns zum Frühstück, bevor wir Richtung Airport aufbrachen. Im Flughafenterminal konnte man die eine oder andere Teilnehmerin bei einer Yogahaltung bestaunen – ganz nach Pattabhi Jois (oder Ingo Diener):
„Practice and all is coming!“
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Fazit
Diese Woche auf Zypern war mehr als ein Yogaretreat. Es war eine Reise zu uns selbst, eine Zeit des Ankommens im gegenwärtigen Moment und eine wunderbare Erfahrung von Gemeinschaft. Die Kombination aus intensiver Yogapraxis, den kulinarischen Genüssen der zypriotischen Küche, den beeindruckenden Ausflügen und der herzlichen Gastfreundschaft von Sofronis und seinem Team schuf ein Gesamterlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Cyprus Villages mit ihrer über 35-jährigen Tradition im nachhaltigen Tourismus, die authentischen Unterkünfte im malerischen Tochni, die atemberaubenden Landschaften Zyperns und vor allem Marcias inspirierende Yoga-Lehre haben diese Woche zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Danke an alle für die tolle Zeit – bis zum nächsten Jahr!
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*Namaste* 🙏