Reisebericht „Nepal – zwischen Himmel & Erde“
08.-23.03.26

Was jetzt gesagt wird, wird später nützlich sein. ✦

Mit frühlingshaften Temperaturen im Gepäck und bester Vorfreude im Herzen starteten wir unsere Reise nach Frankfurt. Beide Flüge verliefen pünktlich und reibungslos – und schon der Anflug auf das nächtlich erleuchtete Istanbul war schlichtweg beeindruckend. Der gigantische Flughafen der türkischen Metropole empfing uns allerdings mit einer kleinen Herausforderung: Der Weg zum Anschlussgate erinnerte in seiner Länge eher an eine Marathonstrecke als an einen gemütlichen Spaziergang.

Auch bei einer langen Reise kommt man Schritt für Schritt ans Ziel. ✦

Nach der Landung und dem Erledigen der Einreiseformalitäten erwartete uns bereits ein herzlicher Empfang: Tendi und sein Team begrüßten uns mit wunderschönen, duftenden Blumenketten – ein unvergesslicher erster Moment auf nepalesischem Boden.

Auf der Fahrt zu unserem Hotel, dem Rokpa Hotel in Kathmandu, streiften die ersten Eindrücke dieser pulsierenden Stadt an uns vorbei: buntes Treiben, Motorräder, Rikschas, Tempel und Marktleben im Sekundentakt.

Am Nachmittag besuchten wir zum ersten Mal die beeindruckende Boudhanath-Stupa. Gebannt von den allwissenden Augen Buddhas auf der 36 Meter hohen Kuppel betraten wir das weitläufige Rund, das diesen heiligen Ort umgibt. Ein nicht enden wollender Strom von Pilgern, Gläubigen und Reisenden aus aller Welt umkreiste das Heiligtum – und auch wir ließen uns gerne mittragen. Nach einem leckeren Kaffee auf einer Dachterrasse mit Blick auf die Stupa genossen wir entspannt den Rückweg.

Beim Abendessen im Hotel lernten wir dann unseren Reiseleiter Harka kennen – und ließen uns das Essen sowie das erste kühle Gorkha-Bier schmecken. Prost auf Nepal!

Weder zu straff noch zu locker – nur die richtige Spannung bringt die Saite zum Klingen. ✦

Früh um 6:00 Uhr erlebten einige von uns die Morgenstimmung direkt an der Boudhanath-Stupa. Schon zu dieser frühen Stunde waren zahlreiche Pilger und Gläubige vor Ort. Bei einem Chiya – dem traditionellen nepalesischen Tee mit Milch, Ingwer und Kardamom – sogen wir die besondere Atmosphäre auf. Der Blick von der Terrasse des Eingangstempels über ein Meer von flackernden Butterlampen hinüber zur großen Stupa war schlicht ergreifend. Momente wie diese vergisst man nicht.

Nach dem Frühstück lernten wir Sagar, unseren Busfahrer, und Changa, seinen Assistenten, kennen – zwei verlässliche Begleiter, die uns in den nächsten Tagen sicher durch Nepal bringen sollten.

Unser offizielles Programm begann mit einem Streifzug durch die Altstadt von Kathmandu: vom turbulenten Stadtviertel Thamel ging es weiter zum berühmten Durbar Square. Beim Betreten des Platzes wähnte man sich in einem lebendigen Freilichtmuseum aus Tempeln, Palastgebäuden und jahrhundertealten Bauwerken. Doch schnell spürte man: Hier ist alles echt. Die Tempel sind keine Kulisse – sie sind lebendige Orte der Spiritualität. Im Kumari Chowk wird sogar eine lebende Göttin verehrt – ein Kult, der seit dem Mittelalter ungebrochen in der Bevölkerung verwurzelt ist. Faszinierend.

Nach einem Mittagessen auf einer Dachterrasse mit Blick auf den Königspalast folgte der Besuch des Swayambhunath-Tempels, besser bekannt als „Affentempel“. Auf einem Hügel über Kathmandu gelegen, bietet dieses buddhistische Heiligtum einen herrlichen Überblick über die Stadt und steckt voller symbolischer Bedeutung. Schon vor der Ankunft des Buddhismus vor 2.000 Jahren war es eine animistische Kultstätte. Unser Reiseleiter Harka erklärte uns geduldig und kenntnisreich viele Details – und wurde dabei nicht selten von quirligen Affen unterbrochen, die es eifrig auf den Proviant der Besucher abgesehen hatten.

Das Abendessen verlegten wir direkt zur Boudhanath-Stupa. Die Stimmung dort war abends noch intensiver als tags zuvor – das Läuten der Gebetsmühlen und der Duft von Räucherwerk schufen eine Atmosphäre, die tief unter die Haut geht.

Leider kann ich nicht lange bleiben, flüsterte der Glücksmoment. Aber ich leg Dir eine Erinnerung ins Herz. ✦

Frühaufsteher wurden an diesem Tag reich belohnt: Um 6:30 Uhr startete unser Flug zum Mount Everest – und was für ein Erlebnis das war! Im goldenen Licht des Sonnenaufgangs flogen wir entlang des östlichen Himalaya-Bogens und konnten am Umkehrpunkt des Fluges den höchsten Berg der Welt mit eigenen Augen sehen – den Mount Everest, 8.850 Meter hoch, majestätisch und ehrfurchtgebietend. Ein echter Glücksmoment, der uns alle still werden ließ.

Nach dem Frühstück brachte uns Sagar zum hinduistischen Pilgerort Pashupatinath – einem der bedeutendsten Shiva-Tempel weltweit. An den Ghats der Tempelanlage beobachteten wir Verbrennungszeremonien, die für uns zunächst sehr fremd wirkten. Im Hinduismus gilt der Tod als Befreiung der Seele (Atman) aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara), und so ist der Leichnam nicht von besonderer Bedeutung – im Idealfall löst sich die Seele ins Brahma auf und erreicht das Nirwana. Die Trauer der Hinterbliebenen war dennoch spürbar und verlieh dem Ort etwas zutiefst Menschliches.

Etwas heiterer verlief die anschließende Fotosession mit den am Tempel anzutreffenden Sadhus – heiligen Männern, die ihr weltliches Leben vollständig aufgegeben haben. Diese Asketen ziehen besitzlos umher, sammeln Almosen und streben nach dem idealen Hinduleben (Dharma) – mitunter mit bemerkenswerten Methoden wie jahrelangem Stehen oder dem Einsatz von Rauschmitteln zur Meditation. Jeder ein Original.

Weiter ging es nach Patan, das auch den schönen Beinamen „Stadt der Schönheit“ trägt – und das nicht ohne Grund. Der dortige Durbar Square ist zwar kleiner als jener in Kathmandu, wirkt dafür aber harmonischer und eleganter. Die feinen Holzschnitzereien und Steinmetzarbeiten des Königspalastes aus der Malla-Ära beeindruckten uns sehr. Patan war bis 1789 ein eigenständiges Königreich und gilt als Hochburg des nepalesischen Kunsthandwerks. Das spürte man beim Besuch eines Ladens für Klangschalen deutlich – einige aus unserer Gruppe kamen in den Genuss eines ganzkörperlichen Klangschalenerlebnisses. Eine völlig neue Erfahrung!

Den krönenden Abschluss des Abends bildete ein Treffen mit der Gründerin der Rokpa-Initiative, Lea Wyler, die uns spontan zu einem Besuch im angegliederten Kinderheim einlud. Eine herzerwärmende Begegnung.

Beim Reisen lernt man, beim Stillsitzen vergisst man. ✦

Die Koffer wurden gepackt, denn nach dem Besuch der königlichen Stadt Bhaktapur sollte es weitergehen nach Namobuddha.

Bhaktapur gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe – und das sieht man auf den ersten Blick. Im Gegensatz zu anderen Städten ist die Innenstadt weitgehend autofrei, was ihr eine ganz eigene, ruhigere Atmosphäre verleiht. Die kunstvollen Gebäude aus der Malla-Ära, besonders die filigranen Holzschnitzereien, erzählen von einer Zeit, als Bhaktapur vom 9. bis zum 15. Jahrhundert die Hauptstadt ganz Nepals war. Das sogenannte Goldene Zeitalter Nepals.

Unser nächstes Ziel war Namobuddha, einer der heiligsten buddhistischen Orte Nepals. Da das Namobuddha Resort nicht genug Zimmer für die gesamte Gruppe frei hatte, wurde die Hälfte von uns in einem einfachen Pilgerhotel direkt beim Kloster untergebracht. Das Resort selbst liegt wunderbar inmitten eines großen Gartens an einem Hang, die Mitarbeiter kommen aus den umliegenden Dörfern und viele der Lebensmittel werden vor Ort angebaut. Die rustikalen, aber gemütlichen Häuschen verlangten großgewachsenen Gästen allerdings etwas Demut ab – die Türrahmen im traditionellen nepalesischen Stil sind sehr niedrig! Die mystische Morgen- und Abendstimmung rund um das Kloster entschädigte für alles.

Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg. ✦

Nach dem Frühstück versammelten wir uns am Kloster, wo Harka uns tief in das Leben und die Philosophie des Buddhismus einführte. Das Thrangu Tashi Yangtze Kloster gilt als einer der bedeutendsten tibetischen Wallfahrtsorte südlich des Himalaya.

Wir durften an einer morgendlichen Zeremonie junger Mönche teilnehmen – nicht alles lief dabei ganz perfekt, die Kleinen mussten von Älteren hin und wieder sanft zur Konzentration ermahnt werden. Aber das Ganze hatte etwas Verspieltes und zutiefst Menschliches, das uns alle berührte.

Von ganz anderer spiritueller Tiefe war das anschließende Chöd-Ritual: Mit Trommeln und Trompeten riefen die Mönche tantrische Wesen an. Besonders bemerkenswert: Die sogenannten „Beintrompeten“ sind aus den Oberschenkelknochen verstorbener Würdenträger gefertigt. Das klingt zunächst befremdlich – doch Harka erklärte uns die tiefe symbolische Bedeutung:

Im tibetischen Buddhismus ist der menschliche Körper nach dem Tod nicht mehr „jemand“ – er ist leere Form. Ihn als Instrument zu nutzen ist kein Akt der Pietätlosigkeit, sondern im Gegenteil: eine letzte, hohe Verwendung. Der Verstorbene spricht weiterhin – jetzt als Klang, der andere zur Befreiung führt. Es ist, als würde der Knochen flüstern: „Sieh her – auch ich war einmal lebendig. Und nun bin ich Musik.“

Die persönliche Segnung durch den Rinpoche Dolpo Gomchen mit seiner ganz besonderen Ausstrahlung war für uns alle ein unvergesslicher Moment.

Danach stiegen wir über einen mit Gebetsfahnen geschmückten Pfad hinab zur Stupa Takmo Lujin, die an eine uralte Legende erinnert: Buddha soll sich hier einer hungrigen Tigermutter geopfert haben, damit ihre Jungen überleben konnten.

Die Kleider und die Seele dürfen alt sein, aber sie müssen rein sein. ✦

Ein wundervoller Sonnenaufgang begleitete unser Frühstück, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen Kathmandu machten, um nach Lumbini zu fliegen – dem Geburtsort Buddhas, einem der bedeutendsten Sehnsuchtsorte des Buddhismus weltweit.

Obwohl das genaue Geburtsjahr des Prinzen Siddhartha Gautama (ca. 543–463 v. Chr.) nicht exakt bekannt ist, gilt es als gesichert, dass er in der Nähe der heutigen Ruinen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus zur Welt kam. Mit 29 Jahren wandte er sich von seinem privilegierten Leben ab – konfrontiert mit den Realitäten von Alter, Krankheit und Tod. Nach fünf Jahren als Asket und 49 Tagen tiefer Meditation fand er schließlich die Erleuchtung unter einem Bodhibaum.

Am Flughafen in Lumbini warteten bereits Sagar und Changa auf uns. Nach dem Check-in und einem kleinen Snack besuchten wir das Herzstück des Heiligen Gartens: den Maya Devi Mandir Tempel mit dem Markierungsstein der Geburtsstätte, den Kaiser Ashoka 249 v. Chr. platziert haben soll. Die vielen Pilgergruppen aus aller Welt, die im Garten ihren Gurus lauschten, verliehen dem Ort eine ganz besondere, feierliche Atmosphäre.

Der Abend klang bei einem reichhaltigen Buffet und dem einen oder anderen Cocktail in fröhlicher Runde aus.

Manchmal führt Dich erst eine falsche Entscheidung auf den richtigen Weg. ✦

Tendi hatte an diesem Morgen eine Überraschung für uns: Das Besichtigungsprogramm sollte per Tuk-Tuk absolviert werden! Trotz vereinzelter Regenschauer machte das unglaublich viel Spaß – und so manches inoffizielle Rennen zwischen Elektro- und Verbrenner-Tuk-Tuks wurde auf den Straßen Lumbinis ausgetragen.

Die seit 1970 bestehende Klosterzone beeindruckt durch nationale Tempel und Heiligtümer verschiedenster Länder. Besonders in Erinnerung blieben uns der Tempel der Tausend Buddhas (erst 2024 fertiggestellt!) sowie die wunderschönen Pagoden aus Thailand und Kambodscha. Harka konnte auch hier mit seinem tiefen Wissen über den Buddhismus glänzen – keine Frage blieb unbeantwortet.

Der Nachmittag war frei – doch Tendi wäre nicht Tendi, wenn er nicht noch einen Bonus-Ausflug organisiert hätte: Gegen ein kleines Trinkgeld für Harka stellte er den Bus zur Verfügung, um nach Tilaurakot zu fahren, wo einst der Palast der Familie Buddhas gestanden hatte.

Sei von langem Leben! Mögen Glück und Frieden dir begegnen. ✦

Kurz vor der Abfahrt aus Lumbini wurde unsere liebe Mechthild mit einem herzlichen Geburtstagsständchen überrascht – eine schöne Geste, die ihr sichtlich Freude bereitete. Herzlichen Glückwunsch!

Die rund sechsstündige Fahrt von Lumbini nach Pokhara führte uns tief hinein in die Bergwelt Nepals – vorbei an wilden Schluchten, auf teils abenteuerlichen Straßen, die unser Busfahrer Sagar mit bewundernswerter Gelassenheit meisterte. Trotz des gelegentlichen Durchschüttelns war es ein wunderschönes Stück Erde, das wir durchquerten.

In Pokhara angekommen, bezogen wir das Temple Tree Hotel am Phewa-See – eine perfekte Kombination aus internationalem Standard und herzlicher nepalesischer Gastfreundschaft. Die Trekking-Teilnehmer nutzten die verbleibende Zeit für letzte Besorgungen. Am Abend wurde nochmals auf Mechthild angestoßen – mit einem Glas Sekt und einer von Tendi organisierten Geburtstagstorte.

Der Abend hielt auch einen leicht melancholischen Moment bereit: Wir verabschiedeten uns von unserem Reiseleiter Harka. In unserer Dankesrede brachten wir zum Ausdruck, was er uns in den vergangenen Tagen bedeutet hatte:

„Lieber Harka, Du hast uns die kulturellen Schätze des Kathmandutals gezeigt, uns die Geschichte Nepals näherbracht und den Buddhismus als Religion und Philosophie mit Deiner geduldigen, freundlichen Art lebendig gemacht. Wir bewundern Deinen unerschütterlichen Optimismus und Deinen unermüdlichen Einsatz – von früh bis spät. Wir werden diese Zeit mit Dir nie vergessen. Alles Gute für Dich und Deine Familie!“

Das Leben ist ein einmaliges Angebot. Nutze es gut! ✦

Schon vor dem Frühstück zog es einige von uns auf die oberste Etage des Hotels – und der Blick auf das Annapurna-Massiv mit dem markanten Machhapuchhare (6.993 m) war die frühe Mühe mehr als wert. Die Berge des Himalaya, zum Greifen nah.

Gleich nach dem Frühstück folgte die nächste freudige Überraschung: Inge wurde in der Lobby mit einem Geburtstagsständchen und einem Blumenstrauß überrascht. Herzlichen Glückwunsch auch an sie!

Danach trennten sich unsere Wege: Die Trekking-Teilnehmer brachen mit Geländewagen in Richtung Gebirge auf, während die Gruppe des Standardprogramms eine entspannte Bootsfahrt auf dem Phewa-See genoss und die Weltfriedensstupa besuchte – allein schon wegen der atemberaubenden Aussicht ein Highlight. Auch Davi’s Fall und der Höhlenschrein Guptheswor standen auf dem Programm.

Der Abend gehörte Inge – mit Gesang, Lachen und natürlich einer leckeren Geburtstagstorte.

Das Wetter meinte es gut mit uns, und so brach die Gruppe früh morgens voller Vorfreude Richtung Sarangkot (1.590 m) auf. Am Aussichtspunkt wurde die Gruppe mit einem unvergesslichen Schauspiel belohnt: Die Annapurnakette und der Machhapuchhare erstrahlten im ersten goldenen Sonnenlicht. Worte reichen hier nicht aus.

Danach besuchten wir den ältesten Hindu-Tempel Pokharas, den Bindhyabasini-Tempel, und am Nachmittag das sehr interessante Museum über die Bergwelt rund um Pokhara.

Ein ruhiger Tag war nach all den Eindrücken mehr als verdient. Eine Ausfahrt zum Bagnas-See und dem kleineren Rupa-See stand auf dem Programm – Natur genießen, durchatmen, ankommen.

Ein gesundes Leben ist die Wurzel des Glücks. ✦

Unser neuer Reiseleiter Sanak – Harkas Nachfolger – hatte eine gute Idee für den Tagesbeginn: Wir fuhren steil bergauf zum Hotel Astam, einem bei japanischen Reisenden sehr beliebten Ort in der Nähe des Annapurna-Gebiets. Einige entspannten im Garten und genossen die Aussicht, andere erkundeten die nähere Umgebung und einen kleinen Hindu-Tempel – ein schöner Einblick ins Dorfleben dieser Region.

Auf dem Rückweg besuchten wir das tibetische Flüchtlingslager Hemja. Seine Ursprünge gehen auf die Vertreibung tibetischer Bauern und Nomaden nach der chinesischen Besetzung Tibets im Jahr 1950 zurück. Das Kloster Choeling Gompa im Lager ermöglichte uns einen letzten, sehr schönen Besuch in einem buddhistischen Kloster auf unserer Reise.

Am Abend vereinte sich die Gruppe wieder mit den Trekking-Teilnehmern – ein freudiges Wiedersehen! Tendi hatte Tische in einem schönen Restaurant mit Folklore-Show reserviert. Das Essen war köstlich, die Stimmung ausgelassen, und die Trekking-Berichte hörten wir mit großem Interesse.

Reisebericht: Trekkingtour zum Poon Hill (von Eberhard Schindele)

Die viertägige Trekkingtour begann bereits am Abend zuvor: Zusammenrichten aller Notwendigkeiten für die Tour, Rucksack packen, Schlafsäcke, Kleidung für alle Wetterlagen und Verstauen in Tragetaschen. Am nächsten Morgen startete die Tour bei Sonnenschein und einem ersten Blick auf die imposanten Himalaya-Berge. Nach einer ca. 3-stündigen Jeepfahrt über Schotterpisten, durch kleine Bergbäche und teilweise recht unwegsamen Gelände erreichten wir unseren Startpunkt für die Trekkingtour: Ulleri (1700 m). Eine kurze Stärkung war angesagt, danach startete unsere Tour

Schon am ersten Tag wurde klar, dass dieser Trek kein Spaziergang ist. Der Weg zum Tagesziel Banthani (2210 m) führte über unzählige Steinstufen, die sich scheinbar endlos durch dichte Rhododendronwälder und kleine Bergdörfer mit ihren blau-weißen Häusern zogen. Immer wieder begegneten uns freundliche Einheimische und andere Trekker, die sich – wie wir – Schritt für Schritt in größere Höhen vorarbeiteten. Der stetige Anstieg forderte Kraft und Ausdauer, doch jeder Blick zurück eröffnete neue, beeindruckende Perspektiven auf die umliegenden Täler.

Die Tage waren geprägt von „über Stock und Stein“ im wahrsten Sinne des Wortes. Mal ging es steil bergauf, dann wieder hinab, vorbei an Wasserfällen, Hängebrücken und terrassierten Feldern. Besonders die vielen Stufen – es waren Tausende – hatten es in sich; sie verlangten nicht nur körperliche Fitness, sondern auch mentale Stärke. Doch mit jeder Etappe wuchs die Vorfreude auf das große Ziel: den Sonnenaufgang am Poon Hill. Am zweiten Tag erreichten wir das Bergdorf Ghorepani auf rund 2860 m.

Am frühen Morgen des dritten Tages – noch vor Sonnenaufgang – machten wir uns um 5 Uhr (ohne Frühstück) im Dunkeln auf den Weg. Mit Stirnlampen ausgerüstet, erklommen wir die letzten ca. 400 Höhenmeter zum Poon Hill hinauf. Die Kälte war spürbar, die Luft dünn, und jeder Atemzug erinnerte daran, dass wir uns mittlerweile auf über 3000 Metern befanden.

Auf dem Poon Hill (3210 m) angekommen, wurden wir für alle Anstrengungen mehr als belohnt. Als die ersten Sonnenstrahlen den Horizont berührten, färbte sich der Himmel langsam in warme Orangetöne. Nach und nach traten die gewaltigen Gipfel des Himalaya aus der Dunkelheit hervor. Besonders beeindruckend war der Blick auf den majestätischen Dhaulagiri und die Annapurna-Gipfel, deren schneebedeckte Gipfel in der Morgensonne leuchteten. Dieser Moment – still, ehrfürchtig und fast unwirklich – war zweifellos der Höhepunkt der gesamten Tour.

Der Abstieg zurück nach Ghorepani fühlte sich zunächst leichter an, doch auch bergab beanspruchten die vielen Stufen die Knie erheblich. In Ghorepani angekommen, war die Mischung aus Erschöpfung und Zufriedenheit und Freude deutlich spürbar.

Nach einer kurzen Stärkung und dem Austausch der tollen Erlebnisse begann der Rückweg über den Zwischentop Tadapani (2630 m) und am nächsten Tag nach Ghandruk (1900 m). Auch hier führte der Weg über viele Stufen und durch endlose Wälder. Die anschließende Rückfahrt im Jeep nach Pokhara bildete einen starken Kontrast zur Ruhe der Berge. Über holprige Pisten ging es zurück in die Zivilisation – vorbei an Dörfern, Flüssen und steilen Hängen. Mit jeder Kurve rückte die lebendige Stadt Pokhara näher. Aber die Eindrücke der letzten Tage blieben.

Diese Trekkingtour mit dem Highlight auf dem Poon Hill war weit mehr als nur eine Wanderung. Sie war eine unvergessliche Mischung aus körperlicher Herausforderung, überwältigender Natur und stillen Momenten des Staunens.

 

Der Himmel am Morgen ist das Buch des Tages – wer nicht lesen kann, wird nass. ✦

Pokhara verabschiedete sich mit Regen von uns. Um 9:00 Uhr starteten wir Richtung Bandipur, einem pittoresken Städtchen, das früher ein bedeutendes Handelszentrum auf der Route von Indien nach Tibet war. Heute ist es ein stiller, aber charmanter Ort mit wunderschöner Hauptstraße.

Der anhaltende Regen verhinderte leider die geplante Wanderung ins Magar-Dorf Rankot. Stattdessen warteten wir geduldig bei Tee und Kaffee bis der Regen nachließ – und wurden während unseres Rundgangs durch Bandipur mit einem schönen Erlebnis belohnt: Kontaktfreudige nepalesische Touristen luden uns spontan zu gemeinsamen Erinnerungsfotos ein. Sympathisch und herzlich.

Am Abend gings zeitig ins Bett, denn alle hofften auf ein besseres Wetter am nächsten Morgen und den berühmten Ausblick über die Annapurnakette.

Diese Reise wurde begleitet von:

Wolfgang Heinzmann

Begleiter