Die Anreise nach Frankfurt und der anschließend Linienflug nach Bergen verlief ohne Probleme. Allerdings änderte sich unser Gate von A50 zu A69. Zum Glück hatten wir noch genug Zeit, um uns zum richtigen Gate, ohne Hektik zum Zugehen. Der Flughafen in Bergen ist schön, klein und übersichtlich. Dort erwartete uns das nächste Abenteuer. Ein Koffer tauchte nicht auf! Mit Geduld kam dieser dann auch irgendwann aufs Band. Der Transfer zur MS Nordkapp barg auch ein paar Hürden. Transfer bedeutete hier nicht, daß jemand einem Abhol-Schild in der Ankunftshalle steht, sondern daß ein öffentlicher Bus zum Hafen und zum Check-in Terminal für die Hurtigruten fährt Da der Bus an jeder Milchkanne anhält, kamen wir in den Genuss einer Stadtrundfahrt durch das wunderschöne Bergen. Bergen gilt als eine der schönsten und bemerkenswertesten Städte Norwegens.
Eingecheckt und mit Kabinenschlüssel und den ersten Informationen ausgestattet, gab es noch Kaffee und Kuchen in der Hurtigruten Lounge. Im Anschluss folgte ein Sicherheitsvideo und anschließend durften wir an Bord.
Auf dem Schiff standen unsere Koffer schon in den Kabinen für uns bereit. Erster Rundgang ums Schiff, bevor es um 20.30 Uhr hieß: „Leinen los!“
Mit einem wunderbaren Frühstück starteten wir in den Tag und bis zu unserem ersten Ausflug nach Urke, konnte jeder das Schiff auf eigene Faust entdecken. Und da gab es viel! Auf dem 7. Deck standen bequeme Loungesessel bereit, von wo aus man wunderbar die Landschaft sehen konnte. Nachdem wir das Westtkap umrundet hatten, gelangen wir auf das offene Meer. Doch bald erreichten wir den Stolz Norwegens, beeindruckende Naturlandschaften, welche Norwegen weltberühmt gemacht haben. Unser erstes spektakuläres Fjord-Erlebnis führte uns mit einem kleinen Beiboot zu einer ganz kleinen Insel und einem noch kleineren Ort namens Urke. Einfach wunderschön. Gemeinsam unternahmen wir eine kleine Wanderung und genossen die Schönheit der Natur und das wunderbare Wetter.
Zurück an Bord war wieder Zeit zur freien Verfügung, bis das Schiff im Hafen von Ålesund anlegte. Wir gingen alle von Bord, um an einen geführten Stadtrundgang teilzunehmen. Eine sehr interessante Stadt, die 1904 niederbrannte und im Jugendstil wiederaufgebaut wurde.
Nächster Hafen für das Schiff war Trondheim, die drittgrößte Stadt Norwegens. Nachdem Frühstück ging es mehr oder weniger gleich los. Allerdings erwartete uns Regen und somit war der Sparziergang durch die malerischen Gassen eher ein nasses Vergnügen. Tropfnass ging es wieder an Bord. Dort wartete bereits das Mittagessen auf uns. Im Anschluss konnte wieder jeder seinen Interessen nachgehen. Ich muss gestehen, ich konnte mich stundenlang im freien Aufhalten und mir den Wind um die Nase blasen lassen. Die Natur ist einfach atemberaubend schön.
Am frühen Morgen überqueren wir den Polarkreis – damit begann unsere Reise durch das arktische Norwegen. Auf dem Weg durchqueren wir eine malerische Fjordlandschaft aus Schären und Inseln, bevor sich im Norden die beeindruckende Lofoten Wand mit Höhen von bis zu 1.000 Metern aus der arktischen See erhebt.
Und danach feierten wir den 70. Geburtstag unseres Geburtstagskindes, samt Luftballons, Kuchen und Kerze. Im Anschluss folgte die Polartaufe, welche so mache Mutige mitmachten und natürlich unser Geburtstagskind ebenso.
Die Polar-Taufe ist eine spezielle Zeremonie, die von Kreuzfahrtunternehmen Hurtigruten angeboten wird. Diese Zeremonie fand heute Morgen statt, dabei bekommt der Passagier Eiswürfel über den Kopf und den Nacken. Eine eiskalte und feuchte Angelegenheit und trotzdem ein einzigartiges, unvergessliches Erlebnis, da die Taufe in der Polarregion stattfindet.
Nach dem Mittagessen stoppten wir im Hafen von Bodo. Kurzer Sparziergang durch die unspektakuläre Stadt. Als wir jedoch die Kirche betraten, fand zu unserer Freude ein Orgelkonzert statt.
Danach hieß es wieder „Leinen los“ und am Abend erreichen wir Svolvaer, bekannt für seine charmanten Fischerhütten.
An diesem Tag erreichten wir die Tromsø. Sie wird oft als „Tor zur Arktis“ bezeichnet und ist bekannt für ihre beeindruckende Natur, das arktische Klima und die Möglichkeit, das Nordlicht (Aurora Borealis) zu beobachten.
Kaum von Bord, war unser Ziel die Eismeerkathedrale. Die Eismeerkathedrale, offiziell bekannt als „Ishavskatedralen“ auf Norwegisch, ist eine markante Kirche in Tromsø, Norwegen. Sie wurde 1965 eröffnet und ist ein herausragendes Beispiel moderner Architektur in Norwegen. Hier sind einige interessante Informationen über die Eismeerkathedrale:
Architektur: Die Kathedrale wurde von dem Architekten Jan Inge Hovig entworfen und hat eine charakteristische Form, die an Eisberge und die arktische Landschaft erinnert. Die Fassade besteht aus weißen Betonplatten und großen Fenstern, die viel Licht in das Innere der Kirche lassen.
Innendesign: Im Inneren der Kathedrale befindet sich ein beeindruckendes Altarfenster, das mit buntem Glas gestaltet ist und Szenen aus der Natur und dem Glauben darstellt. Die Akustik in der Kirche ist ebenfalls bemerkenswert und macht sie zu einem beliebten Ort für Konzerte.
Mit dem Bus fuhren wir durch die Stadt und konnten direkt vor der Eismeerkathedrale aussteigen. Allerdings muss ich sagen, daß der Eintrittspreis von 80 NOK ca. 7 € nicht gerechtfertigt war. Ein bisschen viel Geld, um sich eine kleine Kirche anzuschauen.
An diesem Tag erreichten wir das Nordkap. Ein Höhepunkt unserer Reise. Das Nordkap (Nordkinn) ist ein berühmter geografischer Punkt in Norwegen und gilt als einer der nördlichsten Punkte Europas. Wir fuhren mit dem Bus über die Insel Magerøya, was schon wunderbarer war. Unsere Vorort Reiseleiterin gab uns einen schönen Einblick über die Insel, deren Bewohner erklärte uns alles. Hier sind einige interessante Informationen über das Nordkap:
Das Nordkap liegt auf der Insel Magerøya in der Nordnorwegischen See und ist etwa 2.100 Kilometer vom geografischen Nordpol entfernt. Es ist ein beliebtes Ziel für Touristen, die die arktische Landschaft erleben möchten.
Das Nordkap bietet atemberaubende Ausblicke auf das Nordpolarmeer und die umliegenden Landschaften. Ein bekanntes Wahrzeichen am Nordkap ist das Nordkapp-Monument, das an die Erschließung des nördlichen Teils Europas erinnert. Hier stürzen alle hin um ein begehrtes Erinnerungsfoto zuschießen. Tipp: Erst die Meute vorlassen und wenn alle ihre Bilder im Kasten haben, dann in den Genuss kommen ganz allein ein Foto am Wahrzeichen zumachen.
Während des Sommers können Besucher die Mitternachtssonne erleben, wenn die Sonne für mehrere Wochen nicht untergeht. Im Winter hingegen besteht die Möglichkeit, das beeindruckende Nordlicht (Aurora Borealis) zu beobachten.
Am Nordkap gibt es ein Besucherzentrum, das Informationen über die Region, ihre Geschichte und Geologie bietet. Es gibt auch ein Restaurant, Souvenirläden und Ausstellungen, die die Kultur und Traditionen der Samen, der indigenen Bevölkerung Norwegens, präsentieren.
An diesen Tag sind wir in Kirkenes eingelaufen. Der Wendepunkt der Reise. Ab hier fährt das Schiff wieder Richtung Bergen. Kirkenes ist eine Stadt im Nordosten Norwegens, nahe der Grenze zu Russland. Sie liegt in der Gemeinde Sør-Varanger und ist bekannt für ihre strategische Lage am Barentssee. Kirkenes hat eine reiche Geschichte, die eng mit dem Fischfang und dem Bergbau verbunden ist. Die Stadt ist auch ein wichtiger Hafen und ein Zentrum für den Handel mit Russland.
Ein bemerkenswerter Aspekt von Kirkenes ist die Nähe zur Grenze zu Russland, was die Stadt zu einem interessanten Ort für kulturelle Austauschprogramme und grenzüberschreitende Zusammenarbeit macht. Die Region ist auch für ihre atemberaubende Natur bekannt, mit Möglichkeiten zum Wandern, Angeln und Beobachten von Wildtieren.
In Hammerfest, die nördlichste Stadt des europäischen Festlandes, erinnert die UNESCO geschützte Meridiansäule an die erste Vermessung des Erdumfangs.
Mit dem Bus fuhren wir nach Hammerfest hinein, da es von unserer Anlegerstelle zu Fuß zu zweit war. Hier konnten wir uns für ca. eine Stunde die Füße vertreten, bevor wir wieder zurück aufs Schiff kehrten.
Später legten wir in Stokmarknes an. Hier begann Richard With 1893 mit den Postschiffreisen entlang der norwegischen Küste. Am Kai befindet sich das Hurtigruten Museum. Wer wollte hätte reingehen können, aber nur eine knappe Stunde war uns zu hektisch, zumal sommerliche Temperaturen an Deck herrschten.
Nächster Ausflug war eine wunderschöne Busfahrt über die Inselgruppe der Lofoten – eine der schönsten Landschaften Norwegens. Natur pur! Kurze Einblick: Die Lofoten sind eine Inselgruppe in Norwegen, die für ihre spektakuläre Natur, dramatische Landschaften und malerischen Fischerdörfer bekannt ist. Sie liegen nördlich des Polarkreises und sind Teil der Provinz Nordland. Die Inseln sind berühmt für ihre hohen Berge, tiefen Fjorde und die Möglichkeit, das Nordlicht sowie die Mitternachtssonne zu beobachten. Wir waren unterwegs zur Zeit der Mitternachtssonne, erreichten aber gegen 22.20 Uhr wieder unser Schiff. Und wäre nicht zu müde war, konnte erleben, dass die Sonne nicht unter ging.
An diesem Tag haben wir zum zweiten Mal den nördlichen Polarkreis überquert. Schön ein besonderes Gefühl, wenn man beim Frühstück sitzt und das Symbol des Polarkreises auf dem Felsen entdeckt. Den ganzen Tag fuhren wir weiter an der herrlichen Küste von Helgeland und konnten dann die Gebirgskette, der Sieben Schwestern bestaunen. Die Sieben Geschwister (norwegisch: „De Syv Søstre“) sind eine markante Gebirgskette in Norwegen, die sich auf der Insel Alsten in der Nähe von Sandnessjøen in der Region Helgeland befindet. Diese sieben Gipfel sind bekannt für ihre beeindruckende Höhe und Form, die sie zu einem beliebten Ziel für Wanderer und Naturliebhaber macht.
Die Legende besagt, dass die Sieben Geschwister in der Vergangenheit als sieben Schwestern lebten, die in den Bergen wohnten. Jeder Gipfel hat seinen eigenen Namen und Charakter, und sie sind oft mit Mythen und Geschichten verbunden. Anschließend passierten wir den 258 Meter hohen Torghatten – den berühmten Berg mit dem Loch in der Mitte.
Schon sehr früh fand der Ausflug mit dem Bus durch Trondheim statt. Pünktlich 7.20 Uhr saßen wir im Bus. Der Sparziergang über die alte Stadtbrücke besagt, der Legende nach, daß wenn man diese Brücke überquert sie allen Überquerenden Glück bringt. Gesagt – getan! Mal sehen in welcher Form uns das Glück erreicht.
Auch die schönste Seereise der Welt neigt sich irgendwann dem Ende zu. Wir konnten noch einmal ausführlich die Fahrt entlang der faszinierenden Fjordküste genießen, bevor wir vom Hurtigruten Schiff am frühen Nachmittag in Bergen anlegten.
Danach checkten wir in unserem Hotel in Bergen ein. Das Confort Hotel liegt fussläufig zum einem der Weltkulturerbe. In Bergen, Norwegen, gibt es mehrere bedeutende Stätten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Die bekannteste ist das Hanseviertel Bryggen, das für seine gut erhaltenen Holzgebäude aus dem Mittelalter berühmt ist. Dieses Viertel spiegelt die Geschichte des Handels und der Kultur der Hanse wider und ist ein wichtiges Zeugnis der maritimen Tradition Norwegens. So konnten wir noch die Reise wunderbar ausklingen lassen.
Mit etwas Verspätung landeten wir wieder in Frankfurt, wo bereits unser Abholservice auf uns wartete. Eine wunderschöne Reise liegt hinter uns und jeder hat so seine ganz eigene Erinnerung mit im Gepäck.
Die Hurtigruten wurden am 2.Januar 1893 ins Leben gerufen. Die traditionelle Postschiffroute hat sich einen Ruf als „schönste Seereise der Welt erarbeitet und ist eine hervorragende Möglichkeit, die norwegische Küste zu entdecken. Diese historische Route entlang der norwegischen Küste dient als Lebensader für die ansässigen Gemeinden und wird rund um die Uhr befahren. Die Häfen, die auf der Nordroute nachts angefahren werden, sind tagsüber auf der Südroute zu sehen.
Im Gegensatz zu großen Kreuzfahrtschiffen bieten die Postschiffe Platz für maximal einige Hundert Gäste, was eine familiäre Atmosphäre schafft. Die kompakte Größe der Schiffe erlaubt es, an Orten anzulegen, die für größere Schiffe unzugänglich sind, und tief in die Fjorde zu navigieren, in Gewässer, die für große Kreuzfahrtschiffe nicht ausreichend tief oder breit sind.
Diese Reise wurde begleitet von:
Liane Kenz & Wolfgang Heinzmann
Begleiter